Bar
privé / publique
à l‘étranger

Anlässlich der Ausstellung „private/public“ haben wir uns von Robert Lanz eine Bar gewünscht. Er hat die Installation ortsspezifisch speziell für den Südflügel im Schloss Wolfsburg entworfen. 122 Kunststoff-Kanister, gefüllt mit gefärbtem Wasser wurden von Robert Lanz zu einem langgezogenen Objekt sowie zwei flankierenden kleineren Modulen gestapelt. Leuchtstoffröhren intensivieren die Wirkung der Farbtöne, die sich an der Farbigkeit des Selbstporträts der Malerin Elisabeth Vigee-Lebrun aus dem Jahr 1783 orientieren. Vigee-Lebrun war eine der berühmtesten Porträtmalerinnen ihrer Zeit und war die Lieblingsmalerin der französischen Königin Marie-Antoinette. Die Revolution zwang sie zur Flucht und sie lebte später in Rom, Neapel, Wien und St. Petersburg. Ihre Porträts wurden in der Nachfolge häufig rezipiert und auch Robert Lanz steht mit seinem Gemälde „Monk“, das wie beiläufig in der Ecke abgestellt erscheint, im Dialog mit Vigee-Lebrun. In seinen Arbeiten experimentiert Robert Lanz mit verschiedenen Malmaterialien wie Tusche, Schellack und Öl, – und es lohnt sich auch bei der Bar genauer hinzuschauen. Die Glasplatten der Bar schließen Tusche und Aquarellfarbe ein, die auf Druck ganz verschieden reagieren. Die Leinwand als angestammter Platz der Malerei wurde spätestens seit den 1960er Jahren um Träger aus den verschiedensten Materialien erweitert. Daher ist es nur folgerichtig, wenn der Maler Robert Lanz – der nach eigenem Bekunden gerne mit unterschiedlichen Werkstoffen operiert – im Schloss Wolfsburg ein malerisches Bar-Objektmit vielen Überraschungen geschaffen hat. Prof.Dr. Susanne Pfleger. Städtische Galerie Wolfsburg